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Die Geschichte des PC

Ausgestellt am 5. März 2012 vom in #Featured, Wissenswertes

Die Geschichte des Personal Computers; die ersten 30 Jahre zusammengefasst in Text und Bild.

 

 

 

1971


Intel baut den ersten kommerziellen Mikroprozessor mit der Bezeichnung „4004“, das 4-Bit Wunderding lief mit einer Taktfrequenz von 108 kHz und schaffte eine Rechenleistung von 0.06 MIPS (Million Instructions Per Second). Begeisterungsstürme wurden damit allenfalls bei ein paar wenigen Idealisten und Datenverarbeitern ausgelöst, die meisten aber sahen für diese technische „Spielerei“ kaum Anwendungsmöglichkeiten.

1975


Die Firma MITS bringt den Altair auf den Markt, der heute als der erste käufliche Personal Computer gilt. Er konnte sowohl als Bausatz als auch fertig montiert gekauft werden und war mit dem Intel 8080 Prozessor ausgestattet. Die Programmierung geschah ausschliesslich über diverse Kippschalter, als Belohnung winkten blinkende Lämpchen. Wahrlich etwas für Enthusiasten… und das nicht unbekannte Duo Bill Gates und Paul Allen, die dem Maschinchen schliesslich Basic beibrachten.

1976


Während einige kleine Firmen an ihren Geräten werkeln, basteln Steven Wozniak und Steve Jobs in der heimischen Garage das erste eigentliche Mainboard zusammen, basierend auf dem MOStek 6502 chip, und wird wegen Jobs‘ kulinarischer Vorliebe für Äpfel kurzerhand Apple I getauft. Verkauft wurde anfangs lediglich das Board, das Drumherum musste sich der Anwender selbst zimmern.

1977


Dem Apple I Board wurde nach dem ersten Erfolg eine Generalüberholung spendiert und so kam der Apple II mit allen erdenklichen neuen Features (und einem Gehäuse) daher: 8 Steckplätze für Erweiterungskarten wie Floppycontroller, Drucker- und andere Interfaces , auf 64kByte erweiterbarer RAM, eingebaute Lautsprecher sowie der damals revolutionären Möglichkeit, einen (ebenfalls bei Apple erhältlichen) Farbmonitor zu betreiben. Letzteres wurde übrigens nur aus einem Grund entwickelt: BREAKOUT in Farbe spielen! Das Betriebssystem Apple DOS erblickte mit diesem Gerät das Licht der Welt. Betrieben wurde er weiterhin vom MOS 6502 Prozessor mit 1,023 MHz.


Der TRS-80 von Tandy Radio Shack ist ein weiterer Früh-PC, der ohne Lötkolben in Betrieb genommen werde konnte. Radio Shack setzte dabei auf einen Z80-CPU, der 1,77 MHz verkraftete, sowie auf 4 bis 16 KByte RAM und das hauseigene TRS-DOS Betriebssystem. Obwohl bis 1981 200’000 Geräte über den Ladentisch gingen, hatte der TRS-80 dem Siegeszug des Apples nicht viel entgegenzusetzen.


Commodore bringt mit dem PET 2001 einen weiteren fertigen Heim-PC auf den Markt. Das Maschinchen mit der winzigen Tastatur und dem 9 Zoll Grünmonitor verfügte über 4KByte RAM und wurde von einem MOS Technology 6502-Prozessor angetrieben. Clevererweise hatte Commodore MOS Technology ein Jahr zuvor aufgekauft.

1979

 


Die Firma Atari, die bereits grosse Erfolge mit ihren Spielkonsolen und -automaten zu feiern hatte, wagte sich mit den Ataris 400 und 800 ebenfalls in den noch kleinen PC – Markt. Das Gerät wurde am TV angeschlossen und überzeugte vor allem durch sehr offenen Programmiermöglichkeiten und den Video-Coprozessor, der den MOS 6502A-Prozessor entlastete. Störend war einzig die nervige Folientastatur.


Der Chiphersteller Texas Instruments versuchte mit dem TI 99/4, ihr Know-how auch im Bereich Personal Computer unter Beweis zu stellen, was technisch auch durchaus geklappt hätte, denn man hatte an alles gedacht: Modulschacht, Expansionschacht, Kopfhörerausgang, Joystickanschluss und die Möglichkeit, ein Kassettendeck zur Datenspeicherung zu verwenden. Doch wegen des hohen Verkaufspreises floppte das System und seine 2 Nachfolgemodelle gnadenlos, also besann sich TI auf ein besseres und konzentrierte sich wieder auf Chips und Taschenrechner.

 

1980


Und wieder ein neuer Apple, diesmal mit der Bezeichnung III. Steve Jobs und seine Kollegen gönnten dem Kistchen einen 2 MHz Synertek 6502A-Prozessor, satte 128Kbyte RAM, sowie ein eingebautes 5.25 – Laufwerk. Der Apple III verkaufte sich aber nicht wie gewünscht, so überarbeitete man das Model mehrmals, doch die Beliebtheit des Apple II erreichte es trotzdem nicht.


Der Computer für den schmalen Geldbeutel kam von Sinclair und erhielt den pragmatischen Namen ZX80. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten (z.B. Monochrom-Display) konnte der ZX80 und vor allem sein Nachfolger Spectrum, dessen Tasten bis zu 6-fach belegt waren, eine respektable Fangemeinde begeistern.

Angefragt von IBM, ein Betriebssystem für ihren ersten PC zu liefern, kauft Microsoft Seattle Computer Products‘ Q-DOS für läppische 50’000 Dollar und lizensiert das Betriebssystem weiter an IBM. Der Deal des Jahrhunderts, wie sich herausstellen sollte, zumal sich Microsoft das Recht vorbehielt, auch weiteren Interessenten Lizenzen zu verkaufen.

 

1981


IBM, vorher auf Grossrechner ausgerichtet, wittert im PC-Geschäft Gewinne und präsentiert den IBM 5150 Personal Computer, bestückt mit dem Intel 8088 mit 4.77 MHz. IBM liebäugelte damals übrigens mit dem Motorola-Prozessor 68000, der eigentlich leistungsfähiger war als der 8088, doch Motorola hatte Lieferengpässe, also entschied man sich für Intel. Ausgeliefert wurde das Gerät mit dem von Microsoft erworbenen OS das sich nun IBM-DOS nannte, natürlich heute besser bekannt als MS DOS. Der IBM PC erwies sich als äusserst Erweiterungsfreudig und so erschienen schnell diverse Peripheriegeräte, Speichererweiterungen und Harddisks. Dazu kam das „Serious Business“ – Image von IBM, was Firmen die Entscheidung leichter machte, ihre Büros mit PCs auszustatten. Der Anfang einer Ära.

 

1982


Commodore stellt den Brotkasten vor, auch bekannt unter dem Namen C64. Mit seinen 64 KByte war er speichermässig den meisten Mitbewerbern in der selben Preisklasse überlegen, die Chips VIC (Grafik) und SID (Sound) taten ein Übriges, also entwickelte sich der C64 zum Kassenschlager: Bis zur Einstellung der Produktion wurde der C64 über 10 Millionen mal verkauft, das in 7 leicht verschiedenen Versionen. Kultobjekt ist er bis heute geblieben.

Intel trumpft mit dem 80286 CPU auf, der mit 6Mhz und 0.9MIPS gegenüber der Konkurrenz von Motorola zwar immer noch etwas schwach auf der Brust ist, aber schnell weiterentwickelt wird. Intel kann so weiterhin mit dem wichtigen Abnehmer IBM rechnen, vor allem da der 80286 bis zu 16MB RAM managen kann und somit viel Potential verspricht.

Der erste IBM-Klon von MPC erscheint auf dem Markt und wird mit MS-DOS 1.25 betrieben. MPC bleiben nicht die einzigen und so überfluten in den folgenden Jahren IBM-kompatible Systeme den Markt und degradieren IBM zum blossen Mitkonkurrenten.

 

1983


Apple wartet mit einer neuen Sensation auf (nachdem die Entwickler in den Labors von Xerox einen genauen Blick auf deren Prototypen werfen konnten)! Der „Lisa“ alleine mit seinem 5Mhz Motorola MC68000 und den 512KByte RAM wäre ja noch nichts überraschendes, doch das mit der Maus bedienbare GUI (Graphical User Interface) verspricht nie geahnten Bedienungskomfort und Funktionalität. Das System wurde später weiterentwickelt zum Lisa2 und schliesslich zum Mac XL. Fast gleichzeitig mit dem Lisa erscheint der Apple II e, der ebenfalls mit dem neuen grafischen OS ausgerüstet ist.

Atari präsentiert den überfälligen Nachfolger 1200XL für die betagten Atari 400 & 800. Leider erwies sich der neue Atari-Sprössling nicht als 100% kompatibel zu seinen Ahnen, und so floppt das System, obwohl es mit 256 Farben und dem 4 stimmigen Sound durchaus konkurrenzfähig gewesen wäre.

 

1984


Steve Jobs stellt nach einem schweineteuren Werbespot während des SuperBowls den Macintosh vor. Das unauffällige Gerät mit schwarz-weiss Monitor beherbergt einen Motorola 8Mhz 68000 Prozessor und erweiterbare 128Kbyte RAM. Die Unkompliziertheit, die üppige Grundausstattung und nicht zuletzt das zurückhaltende Design machten den Mac zum Favoriten vieler Schulen, Büros und Privaten. Erweiterte Versionen des Ur-Macs sollten folgen.

1985


Commodore’s Amiga 1000 schlägt in Bezug auf Grafik und Ton alles. Genau wie beim Mac arbeitet im Amiga 1000 ein Motorola 68000, allerdings wurde dieser durch Custom chips (Grafik und Sound) soweit entlastet, dass der Amiga deutlich mehr leistete. Mit diesem Computer hielt bei Commodore die grafische Benutzeroberfläche Workbench Einzug.


Intel stellt den 32-Bit 80386DX-CPU vor, der Anfangs mit 16 Mhz Taktfrequenz daherkam und im Laufe der Jahre auf 40Mhz gepusht werden konnte. Intel konnte inzwischen auf viele IBM-Klon Hersteller als Abnehmer zählen. Später wurde mit 386er IBM PC auch das Betriebsystem OS/2 (übrigens mitentwickelt von Microsoft) ausgliefert, das aber mit dem Siegeszug von Windows wieder in der Versenkung verschwand.


Microsoft lanciert Windows 1.0, ein GUI basierend auf MS-DOS. Ähnlichkeiten zu Apple’s GUI waren wohl nicht ganz zufällig; ein Vorwurf, den sich Microsoft bis heute immer mal wieder gefallen lassen muss.

 

1987

Commodore stellt zeitgleich den Amiga 500 (68000, 7,14 MHz, 512 KByte RAM) und den Amiga 2000 (68000, 7,14 MHz, 1 Mbyte RAM) vor, doch anscheinend gab es Kommunikationsprobleme zwischen dem Entwicklerteam des 500er in den USA und demjenigen des 2000er in Deutschland. Die beiden Geräte waren nur bedingt kompatibel. Dieses Problem war aber kein Hindernis für die hohe Beliebtheit der Amigas besonders bei Heimanwendern.

Mit dem Macintosh II stellte Apple den ersten modularen Macintosh vor. Das Gerät zeigte mit dem 32Bit – 16Mhz 68020 Motorola (2.6 MIPS), bis zu 68 Mbyte RAM, einer 40 Mbyte Harddisk und der Möglichkeiten Grafikkarten einzubauen viel Leistung, war aber auch nicht gerade billig.

IBM Stellt die PS/2 Modelreihe vor, von 8086 (8Mhz) bis 80386 (20 Mhz). Die PC’s, optimiert für’s Büro und den moderaten Heimanwender verkauften sich dank vorinstalliertem, ausführlichem Softwarepaket besonders bei Anfängern hervorragend.

 

1989

Intel kündigt den 80486 Prozessor mit 25 Mhz an, er enthält den 386er und den 387 (Mathematischer Coprozessor), sowie einen 8KByte primären Cache. Mit 20 MIPS war er mit den ständig rechenintensiver werdenden Anwendungen auf MS-DOS, Windows und OS/2 ein deutlicher Schritt nach vorne. Auch dieser Prozessor wurde später durch Weiterentwicklungen noch deutlich verbessert.

 

1990


Commodore versuchte mit dem technisch durchaus konkurrenzfähigen Amiga 3000 (Motorola 68030 mit 25 MHz, 10Mbyte RAM, 52 MB Festplatte) endlich die Büros dieser Welt zu erobern…und scheiterte kläglich. Obwohl die mittlerweile weiterentwickelte Benutzeroberfläche Workbench durchaus ansprechend wirkte, fehlte es an Anwendungen, die sich mit Microsoft Excel oder Lotus 1-2-3 hätten messen können.


Microsoft startet den Verkauf von Windows 3.0, unterstützt durch eine 10 Millionen Dollar Werbekampagne. Die Oberfläche wurde (später in den Versionen 3.10 und 3.11) zum Kassenschlager.

 

1991


AMD (Advanced Micro Devices) klont den Intel 386er und produziert ihn in Versionen von 20 bis 40 Mhz. Im Low-Budget-Bereich bekommt AMD schnell ihren kleinen Marktanteil. Im Laufe der folgenden Jahre sollte sich AMD zum Ernst zu nehmenden Konkurrenten für Intel entwickeln.


Linus Torwald entwickelt in Finnland Linux. Das Open-Source Betriebssystem sollte lange ein Underdog-dasein fristen, doch wurde es kontinuierlich von Idealisten und Computerenthusiasten weiterentwickelt und reifte in den nächsten 10 Jahren zu einem ernsten Windows-Konkurenten.


Hewlett-Packard stellt den HP 95LX Handheld-PC vor. Als Betriebssystem fungiert MS-DOS 3.2, ausserdem ist es mit Lotus 1-2-3 v2.2, 1Mbyte ROM und 512Kbyte RAM ausgestattet.

 

1992


Microsoft beginnt mit der Verteilung von Pre-Releases des neuen Betriebssystems Windows NT. Es wurde für professionelle Anwendungen optimiert, war stabiler als das bisherige Windows 3.11 und wartete mit vielen neuen Features wie komplette 32bit Architektur und RAM-Verwaltung bis 6Gb auf. Es sollten weitere Versionen folgen.

Die IBM ThinkPad-Reihe wird mit dem 700C (25 Mhz 486SL, aktiv matrix display, 120Mbyte Harddisk, 4 – 16 MByte RAM) eingeführt. Neu war vor allem der Trackpoint, ein kleiner Joystick in die Tastatur eingelassen, der die Maus ersetzte.

Intel führt den Bus-Standard PCI für PC-Systeme ein, es soll mit 8 – 33 Mhz Bus-speed und der Unterstützung von bis zu 10 Geräten den greisen ISA-Standard ablösen.

1993

 

Motorola beginnt mit der Auslieferung des PowerPC 601 – Prozessors, der in der ersten Phase als 50 oder 66 Mhz Varianten zu haben war. Motorola entwickelte den Chip in Zusammenarbeit mit IBM, und so war es auch IBM, die die ersten PowerPC Systeme feilbot. Apple zog mit den PowerMacs und den PowerBooks nach.

Intel gibt erste Details über den Pentium-Prozessor bekannt, das erste Model war mit 60 Mhz getaktet und schaffte 100 MIPS. Damit hatte Intel wieder etwas mehr Vorsprung auf die Klon-Konkurrenten AMD und Cyrix, die Intel trotz des überlegenen Marktanteils nicht mehr einfach ignorieren konnte. 1995 wurde aus dem Pentium der PentiumPro entwickelt.

Macintosh kündigt, getrieben vom ständigen Marktanteilsverlust gegenüber IBM-kompatiblen Systemen, am selben Tag die neuen Modelle Macintosh Color Classic, Macintosh LC III, Macintosh Centris 610 and 650, Macintosh Quadra 800, und PowerBook 165c an.

 

1995

 

Commodore versucht’s nochmal: Mit dem Amiga 4000 und zwei Monate später mit dem 500er Nachfolger Amiga 1200 kann sich die marode Firma aber nur halbherzig sanieren. Die Amigas leben seit dem Siegeszug der IBM-Systeme ein Schattendasein.

Microsoft bringt, mit 1600 Leuten an den Tech-Hotlines gut vorbereitet, Windows 95 unters Volk. Wiederum findet ein neues MS – Betriebssystem reissenden Absatz.

 

1997

AMD bringt mit seinem K6-CPU (von 166 bis 233 MHz) den Giganten Intel ein erstes mal in schwitzen. Doch trotz der guten Leistung, dem moderaten Preis und dem übernommenen MMX – Befehlssatz von Intel konnte AMD noch nicht entscheidend Boden gutmachen.

 

1998

Steve Jobs himself stellt Apple’s neusten Sprösslich vor: den iMac. Technisch war das bunte Ei keine Revolution, bot aber ein ausgefallenes Design und sparte Platz. Der iMac selbst und die zugehörige, aufwendige Imagekampagne von Apple half der Traditionsfirma schliesslich wieder aus dem Schatten von IBM.

Motorola liefert den G3-Prozessor aus und kündigt den G4 an. Ein Jahr später erscheinen die ersten mit diesen Prozessoren betriebenen Apples im seit dem iMac gewohnt „anderen“ Design wie der PowerMac Cube.

Intel führt den Pentium II in die längst entbrannte Schlacht um den schnellsten IBM-kompatiblen CPU. Die 350 MHz Taktfrequenz konnten im Laufe des Jahres auf 450 MHz gesteigert werden.

Auch Microsofts Windows 98 ging weg wie warme Semmeln und machte die Firma zur reichsten der Welt. Microsoft hatte gegen Ende des Jahres einen Börsenwert von geschätzten 300 Milliarden US-Dollar.

 

1999

Intel kündigt den Pentium III an und AMD baut den Athlon.

 

2000

Microsoft beginnt den Vertrieb von Windows 2000 als NT Nachfolger und Windows Millennium als 98er Nachfolger. Derweil kämpft der Software-Multi gegen seine Aufspaltung vor Gericht und Bill Gates lässt sich als CEO von Steve Ballmer ersetzen.

Im Februar zeigt AMD einen Athlon, der mit 1.1 GHz läuft, worauf Intel im März die ersten 1 GHz Pentium III ausliefert.

 

 

 
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